5. Axiom: "Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär."

Wie bereits oben erwähnt, beeinflusst jede Kommunikation das Verhalten des anderen Kommunikationspartners. Darüber hinaus wird auch die Beziehung der Kommunikationspartner zueinander beeinflusst und gegebenenfalls auch verändert.

Paul Watzlawick spricht hier von symmetrischen und komplementären Beziehungsformen.

Eine komplementäre Beziehungsform beschreibt eine Beziehung, deren Grundlage in der Unterschiedlichkeit der Kommunikationspartner zu finden ist. Das Verhalten der einen Person wird durch das der anderen ergänzt. Beispiele hierfür wären das Verhalten zwischen Mutter und Kind, Arzt und Patient oder Lehrer und Schüler.

Die symmetrische Beziehungsform hingegen beschreibt eine Beziehung, die auf der Gleichheit der Kommunikationspartner beruht. Die Kommunikationspartner bemühen sich, eine spiegelbildliche Beziehung zu erreichen bzw. zu erhalten. Ungleichheiten werden vermindert oder versucht zu beseitigen. Dies kann zu einem regelrechten Wettkampf zwischen den Kommunikationspartnern führen, in welchem der eine versucht den anderen zu übertrumpfen.

Mögliche Störungen der Kommunikation bezüglich dieses Axioms

  • Bei der symmetrischen Beziehungsform besteht die Gefahr, dass ein Kommunikationspartner 'gleicher' als der andere sein will. Der andere kann unter Umständen alles daran setzen, die entstandene Ungleichheit zu verringern und die zuvor bestandene Symmetrie wieder herzustellen. Dies kann sich zu einem regelrechten Wettkampf entwickeln.
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  • Durch eine zu starre komplementäre Beziehung besteht die Gefahr, dass sich eine Abhängigkeitsbeziehung entwickelt, die einer der Kommunikationspartner möglicherweise auch beibehalten möchte (Eltern, welche das Erwachsenwerden ihres Kindes nicht wahrhaben möchten, verhindern unter Umständen dessen Entwicklung zu einer eigenständigen Persönlichkeit).

 

 
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